
Die Rotbuche ist in unseren heimischen Wäldern die dominante Baumart. Erfolgreich ist sie vor allem deshalb, weil sie als hoch aufgewachsener Baum eine dichte Krone ausbildet, die im belaubten Zustand kaum noch Licht auf den Waldboden durchlässt. Kleinere Bäume und Kräuter werden so „ausgedunkelt“. Wollen Sie im Buchenwald überleben, müssen sie mit wenig Licht auskommen, dazu sind beispielsweise Farne und Moose in der Lage. Oder aber sie entwickeln eine Strategie, wie sie vor Ausbildung der dichten Laubschicht ihren Vermehrungszyklus beenden. Diesen Weg haben Frühblüher, die sogenannten Frühlingsgeophyten eingeschlagen. Sie blühen bereits im zeitigen Frühjahr und entwickeln ihre Samen und Früchte in kürzester Zeit. Wenn die Buchen Anfang Mai ihr Laub schieben und den Waldboden allmählich ausdunkeln, haben die Frühlingsgeophyten ihre Entwicklung weitgehend abgeschlossen. Sie überdauern unterirdisch mit Hilfe spezieller Speicherorgane, wie z. B. Zwiebeln oder Knollen bis zum nächsten Jahr.
Geophytenreiche Buchenwälder finden sich nur auf basenreichen Ausgangsgesteinen oder Böden, wie hier auf dem Muschelkalk. Die Blüten des Lerchensporns, des Windröschens oder Bärlauchs bedecken hier im Frühjahr große Areale des Waldbodens und bieten ein wahres Fest für die Sinne!