
Vor rund 240 bis 243 Millionen Jahren bedeckte ein flaches tropisches Meer das heutige Weserbergland. Die hier im Rahmen des Forstwegebaus angeschnittenen grauen Gesteinsschichten des Muschelkalks wurden in dieser Zeit abgelagert. Charakteristisch für ein Flachmeer sind Wellenfurchen, Schrumpfungsrisse, schlammgefüllte Gänge und zusammengespülte Schalen von Meeresbewohnern, die sich in versteinerter Form bis heute erhalten haben. Mit etwas Glück stoßen Sie hier auf solch Zeugnisse längst vergangener Zeiten.
Heute stellt dieser Gesteinsaufschluss einen Sonderlebensraum im Buchenwald dar. Die besonnten Gesteine werden gerne von Insekten wie den Schmetterlingen zum Sonnenbaden aufgesucht. Die fehlende Bodenauflage erlaubt es nur den Pflanzenspezialisten, hier Fuß zu fassen. Dazu gehören die verschiedenen Habichtskräuter und die Schwalbenwurz. Die Schwalbenwurz ist die einzige heimische Vertreterin aus der Gruppe der Seidenpflanzengewächse, die ansonsten vor allem in den Tropen anzutreffen sind. Die kleinen weißen Blüten gehören zu den sogenannten Klemmfallenblüten. Angelockte Insekten können leicht mit den Füßen oder dem Rüssel in den Blüten hängenbleiben. Während ihrer Befreiungsversuche bestäuben sie sich mit dem Pollen, den sie dann zu anderen Blüten weitertransportieren.